Neubaugebiete Frechen 2026: Grube Carl, Habbelrath und Königsdorf
Stand: 2. Oktober 2026 · Fehler entdeckt? Hinweis senden
In Frechen sind im Herbst 2026 zwei größere Wohnbaugebiete in Arbeit: In Habbelrath an der Ammerstraße ist die Erschließung für rund 120 Wohneinheiten nach Medienberichten abgeschlossen, auf Grube Carl plant die Stadt bis zu 1.300 Wohnungen – dort läuft aber erst das Bebauungsplanverfahren. In Königsdorf gibt es derzeit kein vergleichbares neues Baugebiet in der Bauleitplanung.
Überblick
| Gebiet | Größe | Geplant | Stand Oktober 2026 |
|---|---|---|---|
| Habbelrath, Ammerstraße | ca. 8 ha | ca. 120 Wohneinheiten, Kita | Grundausbau fertig, Vermarktung in Abschnitten |
| Grube Carl (Bebauungsplan Nr. 85 F) | ca. 17 ha | bis zu 1.300 Wohnungen | Frühzeitige Beteiligung im Sommer 2026 abgeschlossen |
| Königsdorf, „In der Widdau“ (Nr. 40.4 K, 3. Änderung) | bestehendes Wohngebiet | planungsrechtliche Absicherung, kein neues Baugebiet | Offenlage im Mai/Juni 2026 |
Habbelrath: Neubaugebiet an der Ammerstraße
Das Neubaugebiet in Frechen-Habbelrath entsteht auf rund acht Hektar und wird von RWE Power erschlossen. Begrenzt wird es vom Rekultivierungswald, der Dürener Straße (L 277), der Frechener Straße und der Ammerstraße. Geplant sind etwa 120 Wohneinheiten, überwiegend in Ein- und Doppelhäusern, ergänzt um Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Die Grundstücke für Ein- und Doppelhäuser sind laut Stadt zwischen 250 und 600 Quadratmeter groß. Außerdem plant die Stadt eine Kindertagesstätte und zusätzliche Grundschulplätze, RWE Power beteiligt sich an den Kosten.
Der Bebauungsplan ist rechtskräftig. Mitte September 2026 hieß es laut Medienbericht, dass der Grundausbau mit Kanälen, Straßen und Leitungen abgeschlossen ist – damit kann gebaut werden. Die Grundstücke werden in Abschnitten vermarktet: Im ersten Abschnitt sind die meisten bereits vergeben, in den folgenden Abschnitten gibt es laut Bericht noch freie Flächen. Ansprechpartnerin ist die Abteilung Flächenmanagement von RWE Power; Kontaktdaten nennt die Stadt Frechen. Grundstückspreise sind öffentlich nicht bekannt.
Grube Carl: bis zu 1.300 Wohnungen geplant
Grube Carl ist ein Stadtteil auf dem Gelände einer früheren Brikettfabrik. Heute leben dort nach Medienberichten rund 2.000 Menschen; ursprünglich war der Stadtteil für deutlich mehr Einwohner geplant, die Entwicklung stockte jedoch. Jetzt wollen Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), Stadt, RWE und die Grundstückseigentümerin Paeschke auf rund 17 Hektar weiter bauen. Im Flächennutzungsplan ist das Gebiet seit Jahren als Wohnbaufläche dargestellt; die Stadt verweist auf eine Studie des Pestel-Instituts, die einen erheblichen Wohnraumbedarf in Frechen sieht.
So weit ist das Verfahren
- Juni/Juli 2024: Fachausschuss und Rat beschließen das Vorgehen.
- Frühjahr 2026: Städtebauliches Konzept liegt vor.
- 12. Mai 2026: Der Ausschuss für Stadtplanung, Strukturwandel und Bauen beschließt die frühzeitige Beteiligung.
- 11. Juni 2026: Infoveranstaltung im Rathausfoyer.
- 15. Juni bis 19. Juli 2026: Frühzeitige Beteiligung zu Bebauungsplan Nr. 85 F und zur 95. Änderung des Flächennutzungsplans.
Als Nächstes werden die Stellungnahmen ausgewertet; danach folgt mit der Offenlage die zweite, förmliche Beteiligungsstufe. Ein Zeitplan für Baubeginn oder Vermarktung ist nicht veröffentlicht.
Kritik der Bürgerinitiative
Ende 2025 hat sich die Bürgerinitiative Grube Carl gegründet. Sie kritisiert unter anderem fehlende Transparenz, Folgen für Verkehr, Natur und die Frischluftzufuhr der Innenstadt sowie unklare Kita- und Schulkapazitäten. Die Stadt verweist auf ein Klimagutachten von 2017, nach dem die Kaltluftversorgung der Innenstadt nicht relevant beeinträchtigt wird, und auf eine 2024 beauftragte neue stadtklimatische Untersuchung, deren Ergebnisse in die Planung einfließen sollen.
Königsdorf
Für Königsdorf führt die Stadt aktuell kein neues Wohnbaugebiet in der Bauleitplanung. Beim Bebauungsplan „In der Widdau“ geht es um ein bestehendes Gebiet: Die 3. Änderung soll bereits gebaute Häuser planungsrechtlich absichern. Die Offenlage lief vom 11. Mai bis 10. Juni 2026.
Weitere Planungen in Frechen
Ebenfalls in Arbeit sind Wohnen, barrierefreies Wohnen und eine Kita an der Burghofstraße in Buschbell (Bebauungsplan Nr. 34 BU, mit der Gold-Kraemer-Stiftung) sowie ein gemischtes Quartier auf dem früheren Keramo-Gelände („Rhenania West“). Alle laufenden Verfahren listet die Stadt auf ihrer Seite Aktuelle Planungen.
Quellen: Stadt Frechen (Aktuelle Planungen, Pressemitteilungen zu Grube Carl und Ammerstraße), Rheinische Anzeigenblätter, Radio Erft, wettbewerbe-aktuell.de. Stand: Oktober 2026.